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Freitag, 1. März 2013

Tag der Wahrheit

Nein, da muss ich Euch enttäuschen, auch wenn das derzeit Kasse macht, hier gibt es keine weitere Dopingenthüllung! Vielmehr das Resümee ehrlichen, harten und nicht weniger frostigen Winter-Grundlagen-Trainings der letzten 4 Monate, bzw. dem, was 10 Jahre Leistungssport mit meinem Körper so angerichtet haben. Bevor es also ernst wird, und der nächste Aufbau-Block mit den ersten, kleinen Wettkämpfen beginnt, Zeit der Wahrheit ins Auge zu blicken und beim Spiroergometrietest „die Hosen runter zu lassen“!
 
Am Dienstag war es dann soweit, Tag der Wahrheit beim Prof. in LE. Nicht allzu schlecht vorbereitet und gut ausgeschlafen, stand ich 8.30 Uhr als erster Proband auf der Liste von Dr. Voß, der mich mit vorfrühlingshafter Laune in Empfang nahm, und auch der Prof. war schon anwesend und witzelte in gewohnter Manier. Ja, da fühlt man sich wirklich wohl und willkommen, auch wenn man noch kein gerahmtes Trikot in der Empfangshalle hängen hat. Die Betonung natürlich auf: noch! ;-)
 
Nach 15 Minuten Erwärmung ging’s dann auch gleich scharf. Schnelligkeit, Maximalkraft und Reflextests als Vorprogramm zum folgenden Stufentest. Quasi das Komplettprogramm der ganzheitlichen Leistungsbetrachtung, aller Summanden der bekannten Gleichung: Leistung = Kraft + Schnelligkeit + Ausdauer (Fahrtechnik und Taktik mal vernachlässigt)
 
Gestartet sind wir mit dem 6 Sekunden Schnelligkeitstest, d.h. maximale Trittfrequenz, ohne Wiederstand, über 6 Sekunden. Liegt mir ganz gut, da ich ja sowieso immer recht „hochtourig“ fahre, was auch der max. Wert von 239 bestätigt.
 
Danach gleich rauf aufs Maximalkraftergometer, auf dem ich mit der Eleganz eines kaukasischen Karussell-Bremsers, den Rahmen mit beachtlichen 2300N in beide Richtungen bog. Wenn man die Vergleichswerte von Förster, Weinhold oder Schätzing kennt, ist das so schlecht nicht, und unter Betracht meiner Schnellkraft, „solle ich mich doch mal bei Sprintrennen versuchen“, so der Prof.!
 
Auch die zum Teil überdurchschnittlichen Reaktionstests geben Anlass zu Hoffnung, das auch mit 40 Lenzen der Drops noch längst nicht gelutscht ist.
 
Nach der ärztlichen Voruntersuchung ging’s dann endlich zum Stufentest. Start bei 90 Watt, mit 30 Watt Steigerungen je 4 Minuten, standen da ca. 13 Runden in Aussicht. Nachdem ich dann auch EKG verkabelt war, die Sitzposition passte, das Ohrläppchen desinfiziert war und ich den MP3 Ordner mit der aggro-Musik gefunden hatte, konnte es losgehen. Ich fühlte mich wirklich gut an diesem Vormittag, die Beine flogen und auch die Zeit verging wie im Flug. Der Blick auf die Monitore mit dem Leistungs- Puls- Verhältniss verriet mir recht schnell, dass das heute wohl eine Stufe mehr werden würde als erwartet. Da ich mein Training in den letzten Jahren vorwiegend intuitiv gesteuert habe, und mein letzter Spiro-Test 5 Jahre zurückliegt, in denen ich natürlich auch nicht jünger geworden bin, war das keine schlechte Überraschung, und ich für die letzten Stufen entsprechend motiviert. Oberhalb Laktat 3 ging’s dann weiter mit 390Watt, 420Watt und erst Mitte der 450Watt Stufe, nach 50,5 Minuten, griffen die körpereigenen Schutzmechanismen und bewahrten mich vor einer Laktatvergiftung.
 
Die Auswertung folgte dann am Donnerstag, bei der sich Prof. Junkers mal wieder viel Zeit für mich nahm, um aufzuzeigen wo ich denn derzeit so stehe. Anhand seiner umfangreichen Datenerhebungen und Statistiken kann man seine eigenen Leistungsdaten wirklich gut einordnen. Auch die Potenziale sind jetzt klarer, und sollte ich gesund bleiben und mein Wettkampfgewicht im Mai erreichen, dann stehen mehr als 5,5 Watt/Kilo Körpergewicht zur Verfügung, um in dieser Saison nochmal das ein oder andere Ziel zu erreichen.
 
Aber Labor und Rennen sind eben nur Theorie und Praxis…
 
Bald wird´s Frühling!
 
Euer Straßenfahrer
 

Dienstag, 18. Dezember 2012

…wo der Frosch die Locken hat!


Nach über 25 Jahren Langlauf-Abstinenz habe ich mich nun endlich durchgerungen und mir einen lange gehegten Wunsch erfüllt! Mit neuer Skating-Ausrüstung bin ich seit letztem Wochenende „back on track“, und habe nun auch im Winter etwas Abwechslung zu Spinnbike und Laufschuhen! Die Wetterbedingungen der sonntäglichen Premiere waren dann leider nicht die besten, in C1D regnete es morgens schon aus Kübeln, und die Schneefallgrenze stieg auf ca. 900 Meter. Zusammen mit der Bernsbacher Langlauflegende - alias - Teamkollege „Altmeister Meyer“- ging es auf die hochgelegene Kammleupe, genauer gesagt nach Weitersglashütte, in eines der schönsten und schneesichersten Langlaufgebiete Deutschlands! War gar nicht so einfach in die alten Bewegungsabläufe zurückzufinden, und während ich mich - wegen mangelhafter Fahrtechnik - am muskulären Limit bewegte, pfiff der Altmeister neben mir ein fröhliches Lied, und mäkelte beständig an meinem nicht vorhandenen Fahrstil herum, grinste dabei im Kreis, da er wohl endlich eine Sportart gefunden hat, in der er mir zeigen kann - wo der Frosch die Locken hat! Gefühlt ging es pausenlos bergauf, was natürlich „nur“ am nassen Neuschnee lag, und nach nur 90 Minuten war ich bereits am E.m.K.! Die Bernsbacher Langlauflegende hatte sich indes gerade warm gefahren, und fuhr „nochmal schnell“ eins-zwei Anstiege, um wenigstens etwas ins Schwitzen zu kommen! Naja, bis das bei mir wieder richtig rund läuft, liegen sicher noch einige Trainingseinheiten vor mir! Nur noch 3 Arbeitstage bis zum 2 wöchigen Urlaub, und sollten sich die alten Mayas mit ihrem Kalender verrechnet haben, dann bin ich sicher, das ein oder andere Mal, auf dem Erzgebirgskamm anzutreffen.

Kommt gut über die Feiertage, und denkt dran: Fett wird man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten! Mahlzeit!

Euer Straßenfahrer




Mittwoch, 4. Januar 2012

Ionos vs. Schnabeltasse

03.01.2012

So! Das neue Jahr ist bereits 4 Tage alt, und ich wünsche Euch dafür alles Gute, viel Gesundheit und maximale Erfolge beim erreichen Eurer Ziele!

Da ich über den Jahreswechsel 2 Wochen Urlaub habe, stehe ich recht gut im Training und auch das Wetter machte bis dato einige längere Einheiten auf dem Bike möglich. Optimale Bedingungen also, um die Feiertagsköstlichkeiten von der Straßenfahrerhüfte zu kratzen!

Aber nicht nur der Körper, sondern auch das Equipment will für die neue Renn-Saison vorbereitet und getestet sein! Den Auftakt des Materialchecks sollte am Dienstag ein Helm-Test machen! Testobjekt, mein 4 Jahre alter Giro Ionos, den ich als Trainings-bzw. Winterhelm nutze. Wollte ja schon immer mal wissen was so ein 290g Kopfschutz alles abkann. Also das Testobjekt an den Straßenfahrer bzw. dessen Kopf gegurtet und schon konnte der Test unter Realbedingungen, im Rahmen einer Rennrad-Trainingsrunde, beginnen. Noch keine 500 Meter gefahren sollte das Testobjekt einer ersten Prüfreihe unterzogen und dabei gleich ordentlich gestresst werden, wofür ich die erste zu durchfahrende Kurve nutzte und mein RR vor dieser auf ca. 30 km/h abbremste. Die Straße war noch etwas feucht, also nutzte ich geschickt die schmierige Asphaltoberfläche um den Prüfling im optimalen 90° Winkel zur Oberfläche auszurichten! Dumme Idee!?! Prüfabbruch war in dieser Position leider nicht mehr möglich, also bereitete ich mich auf die Datenerfassung vor! Eine zehntel Sekunde später trafen die ersten Kraft-Messwerte in des Straßenfahrers Hauptrechner ein! 1…10…100…1000…10000…Tilt!

Trotz des kurzzeitigen Hauptrechnerausfalls konnte die Prüfung erfolgreich abgeschlossen werden, d.h. der Prüfling wurde bis zum Bruch belastet!




Leider hat auch der Prüfer beim Test einige Schäden erlitten! D.h. rechtsseitige Asphaltflechte an Kinn, Knie und Hüfte bzw. schwere Prellung an Kopf, Schulter, Hand u. Hüftgelenk!

Das mir Krankenhaustee aus der Schnabeltasse erspart blieb geht klar an die Giro Adresse! Leider liegt das Ionos Kaufdatum schon länger als 2 Jahre zurück, was ein Crash Replacement ausschließt! Egal, die Dritten und die Reha-Klinik wären teurer gewesen! Jetzt heißt´s erst mal Wunden lecken und die KB Woche vorziehen…

Schön wenn der Schmerz nachlässt!

Euer Straßenfahrer

Samstag, 19. November 2011

18.11.2011, Halali

Seit dem letzten Rennen der Saison, dem Adelsberger Bike Marathon, sind nun schon 7 Wochen vergangen und auch bis Weihnachten ist´s nicht mehr so lang hin. Das Wetter ist allerdings irgendwie bei Spätherbst steckengeblieben und so nutze ich die seit Wochen gleichen Bedingungen um in den heimischen Wäldern die Trails auszufahren und meine spärlich vorhandenen Offroad-Qualitäten weiter auszubauen! Eigentlich wären mal wieder einige Grundlagenblöcke auf der Straße fällig, aber der Spaßfaktor zieht mich meistens in den Wald! Um die beständigen Wetterbedingungen auch während der Arbeitswoche in LE auskosten zu können, habe ich mir noch eine Zusatz LED Leuchte ersteigert und die Gesamtlumenanzahl am Bike auf stattliche 2600 aufgedoppelt! So aufgepimpt bin ich mit dem Meiner, bei einem Nigthride in der letzten Woche, durch die Tauchaer Trails geräubert. In der finstersten und nebligsten Ecke des Grasdorfer Wäldchens stand ER dann plötzlich vor mir! Mitten auf dem Singletrail, regungslos und in Scene gesetzt durch den Spott meiner 2600 Lumen! Eine Art Stülpner Karl mit Clint Eastwood Blick, einen Drilling im Anschlag und den Jäger- Hut tief ins Gesicht gezogen! Nach dem mein Gehirn die ersten  Eindrücke verarbeitet hatte fuhr mir der Schreck in die Glieder! Angst hatte ich eigentlich nicht,  nee …, das war mehr so was wie …Panik!!! ;-)
Horrido, Bremsen war nicht mehr drin und im nächsten Moment war ich auch schon mit aufgestellten Nackenhaaren am Karl Eastwood vorbeigerollt und wartete mit eingezogenem Kopf auf den Knall seiner Büchse, verpasste so die nächste Kurve, schmierte mit dem Vorderrad ab und ging in Zeitlupe vom Bock! Da lag ich nun niedergestreckt und wartete auf des Waidmanns Fangschuss und das letzte Halali!
Von hinten kam jetzt auch der Meiner angerollt und beleuchtete das Schauspiel! Nach einem kurzen Systemcheck rollte ich mich erst mal auf den Rücken. Außer Dreck hatte ich da wohl nix abbekommen, doch von hinten kam schon der Waidmann angestiefelt um seine Beute zu begutachten! In voller Tracht und Pracht! Ein Jäger wie aus dem Bilderbuch, und mit sonorer Stimme fragte er: – ob denn alles in Ordnung sei, bei mir?
Puh, Erleichterung machte sich breit, denn der Waldschrat war uns offenbar freundlich gesonnen! Mit seinem weißen Rauschebart sah er aus wie ein verkleideter Weihnachtsmann, dem ich beinahe noch meinen Wunschzettel zugesteckt hätte! Bald ist Weihnachten…

Als denne,

Waidmanns Heil!

Euer Straßenfahrer